Home
"Was machst du, um dich zu entspannen?", fragt der Schüler den Meister. "Nichts", erwiderte dieser. "Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, esse ich, und wenn ich schlafe, schlafe ich." "Das tun doch alle", meinte der Schüler. "Eben nicht!", sagte der Meister.
















Depression
Burnout
Achtsamkeit
In Vorbereitung
Hier & Jetzt
Buddhismus
Psychotherapie
Über mich
eMail Kontakt
© 2017 Guido Lange
Achtsamkeit ist ein aufmerksames Beobachten, ein Gewahrsein, das völlig frei von Motiven oder Wünschen ist, ein Beobachten ohne jegliche Interpretation oder Verzerrung.

Jiddu Krishnamurti
Achtsamkeit bedeutet, die Aufmerksamkeit auf eine besondere Art auszurichten und zu nutzen. Jon Kabat-Zinn war einer der Ersten, der das Achtsamkeitsprinzip in den therapeutischen Bereich integrierte, er definiert Achtsamkeit folgendermaßen:

Die Aufmerksamkeit soll

absichtvoll

● nichtwertend

● und auf den gegenwärtigen Moment gerichtet sein

Durch diese drei Aspekte wird aus Aufmerksamkeit Achtsamkeit. Der gegenwärtige Moment entgeht uns jedoch häufig. In vielen Situationen sind wir mit unseren Gedanken ganz woanders, wir überlegen z.B. was noch zu erledigen sei, was wir heute zu essen kochen sollen oder wen wir noch anrufen müssen. In derartigen Momenten funktionieren wir im sogenannten „Autopilotenmodus“ und sind nicht mehr in der Lage wirklich flexibel und situationsabhängig zu reagieren. Unser Erleben, Verhalten und Reagieren wird durch diese automatisierte, halbbewusste Informationsverarbeitung mechanisch und starr. Um den gegenwärtigen Moment bewusst zu erleben, müssen wir mit ihm in Kontakt treten und diesen Moment im Hier und Jetzt erfahren. Dies geschieht absichtsvoll, das bedeutet, dass man sich immer wieder darauf besinnen muss, da es für unseren Geist verlockend ist, sich in den Autopilotenmodus zu begeben und abzuschalten. Die nichtwertende Einstellung versucht auftretende Bewusstseinsinhalte nicht als gut oder schlecht einzuordnen, sondern nur als das wahrzunehmen was sie sind. Um achtsam zu sein, muss man einen offenen Geist haben, der die Dinge weder festhält noch sie verdrängt oder vermeiden will. Wer achtsam durchs Leben geht, kann ohne Vorbehalte auf Situationen eingehen - ohne seinen automatisierten Reaktionsmustern zu erliegen. Dies soll allerdings nie erzwungen werden, sondern aus einem mitfühlenden Umgang mit sich selbst entstehen.
Innere und äußere Achtsamkeit

Achtsamkeit kann sich nach innen und nach außen richten. Innere Achtsamkeit bedeutet all das, was im eigenen Erleben auftaucht wahrzunehmen und willkommen zu heißen, ohne es zu bewerten oder zu analysieren. Innere Achtsamkeit ist ein absichtsloses und zugleich aufmerksames Verweilen, vor allem in Bezug auf eigene Empfindungen, die nicht direkt einzuordnen sind. Äußere Achtsamkeit bezieht sich auf die Wahrnehmung von sämtlichen Reizen in unserer Umgebung über alle Sinneskanäle, die uns zur Verfügung stehen. Man kann z.B. Dinge achtsam und detailliert betrachten, einem Geräusch ganz bewusst zuhören, einen Geschmack wirklich auf der Zunge zergehen lassen, einen Duft in all seinen Facetten riechen oder mit den Fingern die Struktur einer Oberfläche spüren.
Anwendung von Achtsamkeit

Bewusste und somit nicht automatisierte Reaktionen werden möglich, wenn der sogenannte Autopilot abgeschaltet wird. Angenehme Situationen können intensiver wahrgenommen werden und das Leben so noch mehr bereichern. Auch bei unangenehmen Situationen bedeutet eine achtsame Grundhaltung einen bewussten und konstruktiven Umgang. Negative Spiralen, die gerade in der Depression häufig auftreten und automatisiert ablaufen, können so frühzeitig erkannt und durchbrochen werden. Achtsamkeit ermöglicht einen anderen Umgang mit Gedanken und Gefühlen, es entsteht eine neue Haltung zu sich selbst und der eigenen Umwelt. Die Betroffenen sehen sich nicht weiter mit ihren negativen Gedanken und Gefühlen verschmolzen, sondern können diese mit ein wenig Distanz als Teil ihrer Erkrankung erkennen und dementsprechend damit umgehen. Häufig werden psychische Erkrankungen durch eine Unterdrückung der Gedanken oder Vermeidungsverhalten aufrechterhalten. Achtsamkeit ermöglicht einen akzeptierenden und offenen Umgang auch mit dysfunktionalen Prozessen. Achtsamkeit bezieht den Körper mit ein, alle achtsamkeitsbasierten Übungen fördern einen ebenfalls achtsamen Umgang mit dem eigenen Körper und schärfen die Sinne der eigenen Körperwahrnehmung.
Mehr Informationen zum Thema Achtsamkeit finden Sie im MBSR Verband . MBSR steht für Mindfulness Based Stress Reduction. Dieses Verfahren und die gleichnamige Klinik wurde schon im jahre 1979 von Prof. Dr. J. Kabat-Zinn gegründet.